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Bedingt durch meine Tätigkeit als Gutachter und regelmäßige Recherchen im Internet entdecke ich oft gut gestaltete Programmoberflächen und Internetseiten. Mindestens eben so häufig stoße ich allerdings auf echtes
Gestaltungs-Elend, bei dem ich mich frage, ob der jeweilige Designer regelmäßig Drogen nimmt, oder auf irgend eine andere Weise einen permanenten Realitätsverlust herbeiführt.
Mit den gezeigten Beispielen kann jeder Surfer unversehens konfrontiert werden. Auch Sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit schon ähnliches gesehen und sich darüber geärgert, gewundert, an Ihren Fähigkeiten oder
Ihrem Verstand gezweifelt. Zum Zweifeln gab es da allerdings keine Veranlassung. Höchstens zu Zweifeln am gesunden Menschenverstand der Designer.
Die gezeigten Beispiele sind keine Extremfälle, sondern allerorten im Internet zu findende ergonomische “Glanzleistungen”. Diese Rubrik wird ständig mit weiteren “Highlights” ergänzt und erweitert.
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Besuchen Sie unsere Homepage!
Kämen Sie auf die Idee, jemanden einzuladen und ihm gleichzeitig den Besuch dergestalt zu erschweren, dass er ein Minenfeld durchqueren und anschließend einen Stacheldrahtverhau überwinden muss? Sicher nicht, oder?
Aber Sie sind ja auch kein Webdesigner. Denn dort ist eine solche Verfahrensweise durchaus nicht unüblich. Warum das so ist, kann ich nur vermuten.
Berufsbedingte Paranoia können wir wohl ausschließen, so dass nur eine Schlussfolgerung übrig bleibt: Ein großer Teil der Menschen, die sich mit der Gestaltung von Benutzeroberflächen beschäftigen, hat keine
Vorstellung davon, wie unsere Wahrnehmung funktioniert!
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Was nun?
“Diese Seiten benutzen CascadingStyleSheets (CSS) und JavaScript und sind für den MS Internet Explorer, Netscape und Mozilla mit Bildschirmauflösungen ab 800x600 optimiert.”
Wissen Sie was Cascading Style Sheets sind? Oder was JavaScript ist? Kennen Sie den Internet Explorer, Netscape oder Mozilla? Welche Bildschirmauflösung haben Sie an Ihrem Rechner eingestellt? Wenn Sie nicht wissen,
was CSS oder JavaScript bedeutet, Sie keinen Internet Explorer, Netscape oder Mozilla benutzen, was dann? Können Sie die Seite trotzdem weiter benutzen? Was will Ihnen dieser gut gemeinte Hinweis sagen?
“Wenn Sie die hier genannten Voraussetzungen nicht erfüllen, bleiben Sie bloß weg von dieser Seite, wer weiß, was passiert, wenn Sie jetzt weitermachen!” oder “Tut uns Leid, aber ohne die Voraussetzungen können Sie
leider nicht weiter surfen.” oder “Wenn Sie diesen Hinweis nicht verstehen, haben Sie Pech gehabt. Probieren Sie doch einfach aus, was passiert.”??
Dieser freundlich gemeinte Hinweis, über dessen mögliche psychologische Wirkung die meisten Designer überrascht wären, würden sie sich an die Stelle eines unbedarften Surfers versetzen, ist im Grunde so überflüssig
wie ein Kropf. Erstens verstehen die meisten Surfer seine vollständige Bedeutung selbst dann nicht, wenn sie IT-Fachleute sind, zweitens erwarten Surfer keine Hindernisse oder Barrieren (siehe hierzu: Barrierefreies Internet) und drittens sollten Seiten, gleichgültig mit welchem Internet-Browser, eine akzeptable Darstellung bieten.
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Augenprobleme?
Bild vom 05.01.2002
Das können Sie doch sicher problemlos lesen, nicht wahr? Können Sie nicht? Das wird aber von Ihnen erwartet, wenn Sie die Seiten von www.theater.de besuchen! Das ist kein Witz, sondern
Originaldarstellung in Original-Schriftgröße und Original-Schriftbild auf einem 17-Zoll-Monitor bei einer eingestellten Auflösung von 1024 mal 768 Bildpunkten (etwa die Hälfte der Surfer verwendet diese
Einstellung). Was mit Arial in 10 Punkt Schriftgröße beginnt, wechselt recht zügig nach Undefinierbar-Unleserlich in 7 (oder weniger) Punkt Schriftgröße.
Was ist da schief gegangen? Ganz einfach: Die Seiten wurden für die kleinere Auflösung (800 x 600 Bildpunkte) gestaltet. Bei größerer Auflösung wird die Schrift kleiner dargestellt und damit der Surfer
“ausgeschlossen”. Die eine Hälfte der Surfer kann es lesen, die andere nicht.
Damit Sie wissen, was Sie verpassen, hier der Text in einer tatsächlich problemlos lesbaren Variante:
“Die RuhrTriennale
Es ist die wohl umfangreichste kulturpolitische Initiative in Deutschland nach der Wende. Die RuhrTriennale ist ein fortlaufendes Fest mit zwei Spielzeiten pro Jahr. Im Herbst 2002 werden
Veranstaltungen zwischen dem 1. September und dem 13. Oktober angeboten. Die Sommerspielzeit 2003 beginnt am 30. April und endet am 15. Juli. Dieser Veranstaltungsrhytmus wird in Zukunft beibehalten. Die
Veranstaltungsorte der RuhrTriennale sind vornehmlich die herausragenden Industriedenkmäler der Region.”
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Vielleicht sollten Internetseiten besser von Soziologen, Fachleuten für visuelle Kommunikation, visuelle Wahrnehmung oder Psychologie erstellt werden, denn viele EDV-Fachleute (neudeutsch: IT-Fachleute) glauben allen Ernstes, Anwender seien dumm oder unfähig. Ein Begriff, wie DAU (dümmster anzunehmender User) kommt nicht von ungefähr. Unter IT-Fachleuten kursierende Witze, in denen ein Anwender auf die Frage „Was steht auf Ihrem Monitor?“ dann ”IBM.“ oder “Eine Blumenvase.“ antwortet, lassen eine gewisse Schadenfreude und Arroganz gegenüber dem täglichen Kampf der Anwender wider die oft tückischen Untiefen im Ozean der modernen Informationstechnologie vermuten.
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Dumm sind indes nicht die Anwender, sondern
- die Computer, die ja ohne Betriebssysteme und Anwendungsprogramme zu wirklich nichts zu gebrauchen sind, außer als prächtige Geräuschkulisse auf einem Polterabend, um ohne größeres Aufsehen teuren
Elektronikschrott zu entsorgen.
- Programmentwickler, Screen-, Internet- und Kommunikations-Designer, die es bis zum heutigen Tag nicht verstehen, Benutzeroberflächen so zu gestalten, dass sie kommunikativ – also intuitiv bedienbar – und
selbsterklärend sind.
- IT-Spezialisten, die noch nicht gemerkt haben, dass es die Anwender im Normalfall nicht sonderlich interessiert, durch welche technischen Hintergründe die auftretenden Probleme verursacht wurden. Der Anwender
will nur eines: Arbeiten und dabei sein Handwerkszeug ohne Störungen, Abstürze oder andere, seine Produktivität beeinflussende Unterbrechungen benutzen können!
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Nun höre ich schon einen Aufschrei der Entrüstung durch die Riege der eben gemaßregelten, höchst professionellen IT-Spezialisten gehen und Rufe wie “Nestbeschmutzer“ laut werden. Liebe Kollegen, jeder, der offenen
Auges durch die oft kryptisch anmutende IT-Landschaft wandelt, kann nur eines tun: Diese Behauptungen bestätigen!
Aus was resultieren denn die Verständnisprobleme zwischen IT-Fachleuten und Anwendern? Daraus, dass eine Minderheit (IT) sich nicht bemüht, die Sprache einer Mehrheit (Anwender) zu verstehen und zu sprechen! Oder ist
es etwa umgekehrt? Ich habe in 25 Jahren noch niemals einen Anwender getroffen, der sich nicht bemüht hätte, eine Erklärung zu verstehen, aber ich kenne jede Menge IT-Spezialisten, die es nicht für nötig halten
(oder nicht dazu fähig sind?), von ihrem Elfenbeinturm aus Fachchinesisch herab zu steigen und einem Anwender einen Sachverhalt in allgemein verständlichen Worten zu vermitteln.
Vor ein paar Jahren erlebte ich einmal, wie eine junge Kollegin, ihres Zeichens IT-Systemkauffrau, auf die Frage eines Anwenders, was denn die Abkürzung “IT“ bedeute, in bestem Englisch und voller Stolz
„Information-Technology“ antwortete. Der Anwender, um dessen Englischkenntnisse es wohl nicht zum besten stand, quittierte diese Antwort mit einem ehrfürchtig-verständnislosen Nicken und einem Gesichtsausdruck, der
sich nicht zwischen Bewunderung und Resignation entscheiden konnte.
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Preisfragen
Wissen Sie, was ein integrierter Web- und Mailserver mit 20 POP3-Accounts ist?
Oder ist Ihnen bewusst, dass managed hosting services der innovative Lösungsansatz für Ihre Internetapplikation ist, also eine moderne, hochredundante Internet-Plattform?
Ist Ihnen bekannt, dass Sie mit vpn solution ein durch Kryptographie geschütztes und geschlossenes Netz innerhalb des Internets erhalten?
Das wussten Sie nicht?? Auch nicht ein bisschen? Dann sollten Sie www.noris.de besuchen. Dort können Sie sich hervorragend informieren.
Aber was ein Permanent-Backup ist, das wissen Sie doch, nicht wahr? Auch nicht? Sie haben Recht, es klingt fast wie Permanent-Makeup, hat aber absolut nichts damit zu tun.
Ganz ehrlich: Ich könnte so etwas stundenlang lesen! Das gewährt mir tiefste Einblicke in das (Vorsicht: Fachchinesisch) gepatchte Seelenleben meiner mit hochverfügbarem Fachwissen equipped-ten Kollegen und ihrer
Fähigkeit, sich allgemein verständlich zu artikulieren.
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Meine ersten Gehversuche mit Computern absolvierte ich, als die Branche noch EDV hieß. Unter dem Begriff “Elektronische Daten Verarbeitung“ konnte sich noch jeder etwas vorstellen. Seit
der Einführung von Neudeutsch als Geschäftssprache hat sich die Anzahl der Abkürzungen in dieser Branche so drastisch gesteigert, dass es jedem Akronymsüchtigen (Akronym = Kurzwort, das sich aus den
Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammensetzt, z. B. EDV) Freudentränen in die Augen treibt. Neben IT, IS und IV werden wir wohl bald bei IY und IZ sein und damit das Alphabet komplett haben. Selbst gestandene
IT-ler haben mit diesem geradezu inflationären Zuwachs ihre Probleme. Wie soll sich ein Anwender da noch zurecht finden?
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Aber kommen wir zu den Benutzeroberflächen: Schlecht oder überhaupt nicht zu bedienende Programme gab es bereits zu Zeiten des Betriebssystems DOS. Mit der schönen, bunten Windows-Welt kamen endlich die so lange
überfälligen Standards zur Bedienerführung von Computerprogrammen. Wer nun glaubte, damit sei den akribisch anti-intuitive Produkte entwickelnden Programmier- und Design-Gurus endgültig das Anwendernerven
schädigende Handwerk gelegt, der sieht sich getäuscht. Im Gegenteil: Seit es Windows gibt, haben sich die Möglichkeiten auf der anti-ergonomischen Spielwiese dieser Zeitgenossen in nahezu geometrischer Reihe
vervielfacht. Selbst heute, da eine Ergonomienorm DIN EN ISO 9241
existiert, welche die “Grundsätze ergonomischer Dialoggestaltung” mit dem Globalziel “benutzerfreundliches Softwaresystem” regeln soll, bleiben uns Ergonomie-Desaster nicht erspart.
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Ja oder nein?
Eine einfache Frage, nicht wahr? Wenn ich eine konkrete Antwort erwarte, stelle ich eine Frage so, dass sie mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden kann. Wenn ich, wie im folgenden Beispiel, gefragt werde: “Möchten
Sie wirklich beenden?”, bin ich in meiner grenzenlosen Naivität doch tatsächlich versucht, eine konkrete Antwort in Form von “Ja” oder “Nein” zu geben und auf die entsprechende Schaltfläche zu klicken. Das kann ich
aber nicht! Nicht etwa, weil ich dazu vielleicht zu dämlich wäre, sondern weil ein Programmentwickler meine ohnehin mit täglichem Designmüll belasteten grauen Zellen zu allem Überfluss auch noch mit einem, seinem
genialen Gehirn entwichenen, vollkommen durchgeknallten Ergonomie-Intelligenztest quälen muss (schnallt er es, oder schnallt er es nicht?)!
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Ich schnalle es! Aber jedes Mal, wenn ich dieses Fenster sehe, muss ich einen Sekundenbruchteil überlegen: “Wo muss ich denn nun klicken?”.
Die traurigen Spitzenreiter solcher Programme sind die hauptsächlich konzernübergreifend eingesetzten ERP- (Enterprise Resource Planning = Komplette Programmpakete für Fertigung, Finanzen,
Logistik, Personal, Projektmanagement, Vertrieb usw.. Sie bieten Funktionalität für alle Bereiche eines Unternehmens und bestehen aus verschiedenen Komponenten.) Produkte wie z. B. SAP, Navision
usw.... Zugegeben: Der Leistungsumfang dieser im süddeutschen Volksmund als “eierlegende Wollmilchsau“ bezeichneten Programmpakete ist gewaltig.
Aber: Wo um alles in der Welt steht denn geschrieben, dass solche Anwendungen eine Bedienerführung aufweisen müssen, die so rätselhaft ist, dass einem die Sphinx dagegen wie ein offenes Buch
vorkommt? Da existieren Menüs, Beschreibungen und Icons, die so übersichtlich und verständlich sind, dass sich eine 128-Bit-Verschlüsselung (ein Bit kann zwei Zustände einnehmen: 0 und 1.
Die Anzahl der Möglichkeiten bei 128 Bit sind also etwa 2 hoch 128! Das müsste dann eine 3 mit etwa 38 Nullen sein) dagegen wie das Morse-Alphabet ausnimmt. Ich behaupte: Kein Nutzer ist dazu in der
Lage, solche Anwendungen ohne entsprechende Schulung zu bedienen!
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn mit Beratungen und Anwenderschulungen werden in diesen Bereichen jährlich Millionen verdient.
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Indes: Auch der Normal-Sterbliche, der nicht in den Genuß dieser teuersten aller Anwendernerven-Testprogramme gelangt, kann sich dem alltäglichen Terror der Anti-Intuitiven nicht entziehen. Betriebssysteme,
Büroanwendungen, Spezialprogramme und in ganz besonderem Maße das Internet bieten jedem Ergonomie-Masochisten Genuss pur.
Trotz langjähriger IT-Erfahrung (unter anderem in der Programmentwicklung, in Anwendersupport (!!), Webdesign und natürlich auch als Anwender) bin ich immer wieder “wie vom Donner gerührt“, wenn ich sehe, wie viele
Firmen für dieses visuelle Kauderwelsch ihr sauer erwirtschaftetes Bares zum Fenster hinaus werfen. Wie groß muss das Nichtwissen bei den Entscheidungsträgern in diesem Bereich sein?
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Parkinson?
Bild vom 28.12.2002
Dann ist diese Seite nichts für Sie, denn die kleinen roten Pfeile unter
den Beiträgen sind ein echter Anschlag auf die Feinmotorik des Surfers. Damit kann der Benutzer zum Beginn der Seite navigieren, sofern er ihm gelingt, einen der Pfeile mit der Maus anzuklicken!
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In der Ausschnittvergrößerung können Sie erkennen, wie winzig die Pfeile tatsächlich sind. Eine echte Herausforderung, nicht wahr?
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Eine gut gestaltete Programmoberfläche oder Internetseite sieht nicht nur ästhetisch aus. Sie erfüllt darüber hinaus auch noch ihren Zweck (kaum zu glauben): Der Anwender findet sich zurecht und kann sie tatsächlich
so bedienen, dass er das Ziel, das er damit verfolgte auch erreicht: Die gesuchten Informationen stehen plötzlich zur Verfügung, ohne die latente Gefahr eines chronischen Nervenleidens oder die permanente Ambition,
das Objekt der Verärgerung kurzerhand an die am nächsten liegende Wand zu klatschen!
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Was wollen Sie im Internet?
In der Regel suchen Sie etwas: Informationen! Ob Sie eine Reise buchen, sich die aktuellen Börsenkurse aufrufen, die Wetterkarte betrachten, tagesaktuelle Neuigkeiten oder eine Preisliste lesen wollen: Sie suchen
Informationen! Und das auf dem kürzesten Wege.
Diese erhalten Sie allerdings nur dann, wenn Sie sich im Internet bewegen, also navigieren (können). Was wiederum voraussetzt, dass die hierfür erforderlichen Elemente (Links = Verweise zu weiteren Seiten) auch als
solche zu erkennen sind und wahrgenommen werden (können).
Auf diese Idee wären Sie jetzt ganz bestimmt nicht gekommen, oder? Das sind auch sensationell neue und völlig bahnbrechende Erkenntnisse.
Bild vom 16.01.2003
Dieses Prinzip der Navigation ist sauber nach Themen strukturiert, leicht zu erkennen und zu bedienen. Da gibt es nichts zu raten, zu suchen oder zu deuteln. Jeder Klick ein Treffer. Einfach, praktisch,
gut! Nicht cool, hip, trendy oder abgedreht, sondern funktionell! Fast ein bisschen langweilig, nicht wahr? Die Symbole vor den Textlinks sind ebenfalls verlinkt und tragen zur besseren Strukturierung bei.
Der bekannte Uhrmacher und Gründer der Firma Chronoswiss, Gerd-R. Lang, hat einmal geschrieben: “Perfektion ist nicht die Kunst des Hinzufügens, sondern des Weglassens.“ Wie wahr!
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Was also kennzeichnet eine gute Navigation?
- Sie ist sichtbar und damit
- offensichtlich als Navigation zu erkennen.
- Sie ist eindeutig, also
- nicht verwechselbar und
- sie funktioniert!
Logisch, nicht wahr?
Sollte man meinen. Wenn da nicht “dunkle Mächte” am Werke wären, die sich jede Menge kleiner Nettigkeiten ausdächten, um Sie, den Surfer, an eben diesem Sich-bewegen zu hindern. Das glauben Sie nicht? Ist aber ganz
einfach:
Die Navigationselemente werden so gestaltet, dass sie entweder nicht als solche zu erkennen sind, gar keine Navigationselemente sind, dort platziert, wo Sie keine erwarten, Sie so verwirren, dass Sie raten müssen,
was Navigation ist und was nicht, oder die Navigation wird Ihnen einfach entzogen. Nun könnten Sie einwenden, dass es dann doch einfacher wäre, gar keine Navigation einzubauen, wenn sich jemand schon so große Mühe
gibt, die Navigation zu verhindern. Da haben Sie völlig Recht! Aber das wäre doch in höchstem Maße unsportlich. Wo bliebe denn da der Spaß??
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Die Möglichkeiten im einzelnen:
- Versteckte Links.
- Vielleicht ein Link, vielleicht auch nicht.
- Gestohlene Links.
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Sollte es Ihnen wider Erwarten auf irgend eine nicht vom Designer vorhergesehene Weise dennoch gelingen, den Hindernislauf durch virtuelle Minenfelder und Stacheldrahtverhaue erfolgreich hinter sich zu bringen, so
sind Sie noch nicht am Ziel: Eine weitere Spielart ist das Verstecken der Informationen vor dem Zugriff allzu hartnäckiger Surfer. Hierzu kann z. B. eine Schriftgröße, ein Schrifttyp oder eine Farbkombination von
Hintergrund- und Schriftfarbe gewählt werden, die es ihnen wenn nicht ganz, so doch teilweise unmöglich machen, die gefundenen Informationen zu entziffern. Es kann natürlich auch passieren, dass Sie überhaupt keine Informationen erhalten. Oder Sie haben endlich die gesuchte Seite gefunden, aber die Informationen sind ganz andere und nicht die von Ihnen erwarteten, völlig veraltet oder unverständlich.
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Gutes Design will durchdacht sein. Statt dessen überbieten sich die Designer mit immer mehr und immer aufwändigeren Animationen und Effekten, die hirn-, gedanken- und substanzlos einfach keine relevante Botschaft
oder Information vermitteln. Da wird designed, was das Zeug hält und das Budget her gibt. Da werden Entscheidungsträger mit Fachchinesisch totgeschlagen und zu gestaltungshörigen Marionetten degradiert. Effekte um
der Eitelkeit willen. Die Inhalte bleiben auf der Strecke.
Gutes Design bedeutet eine ganze Menge an geistiger, also konzeptioneller, vorbereitender und kreativer Arbeit, es ist langwierig, zeitaufwändig und damit teuer.
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