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Was kann Ihnen als Surfer im Internet schon passieren? Nichts, was einen dauerhaften Schaden nach sich zieht, oder?

Aber ernsthaft: Auch wenn vordergründig keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten sind, ist es doch unglaublich nervig, wenn Sie sich nicht mehr auf Ihre Intuition verlassen können, weil nichts mehr stimmt und Navigation zum Ratespiel degeneriert.

 

Beispiel 1

Internetseite www.noris.de
Bild vom 22.12.2002

Hier stand offensichtlich das Bemühen im Vordergrund, gleich mehreren Kriterien ergonomischen Unsinns besonders professionell gerecht zu werden:

Die Navigationsleiste (1 grün) ist ja noch als solche zu erkennen, auch wenn sie die gleiche Farbe aufweist, wie die Texte (5 rot und 6 rot).

Das kann nur eines bedeuten: Die Textspalten unter 5 und die Textzeilen unter 6 beinhalten auch Links. Also klicke ich auf eine der Textspalten (5 rot) und es passiert - nichts. Das Klicken auf die anderen Textspalten bringt ein ebensolches Nichts als Ergebnis. Reingefallen!

Nächster Versuch: Aha, die Zeilen (6 rot) bringen mich weiter. Ebenso die Pfeile (7 rot). Die hätte ich wegen des schwachen Kontrasts zwar fast übersehen, aber immerhin.

So, jetzt noch der Geschäftsbereich System Solutions (2 grün). Auch hier erhalte ich das erwartete Ergebnis. Mal sehen, was unter IT-Consulting (8 rot) zu finden ist. Pustekuchen!! IT-Consulting wird wohl nicht mehr angeboten. Bei dieser Glanzleistung in Bedienerführung wundert mich das nicht!

Jetzt bin ich aber auf Internet Access (3 grün) und Webcontent (4 grün) gespannt. Hier funktioniert es dann wieder. Aber die Beschreibungen! Welcher Gewerbetreibende oder Unternehmer versteht denn dieses Fachchinesisch, wenn er nicht selbst IT-Fachmann ist?

So weit, so schlecht! Da wird das Surfen zum virtuellen Abenteuerurlaub mit einem “Fremdenführer”, den nur Einheimische verstehen.

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Beispiel 2

Internetseite www.unsinn.de
Bild vom 28.12.2002

Der normalsterbliche Surfer vermutet zunächst Textlinks und erwartet weiterführende Informationen beim Klicken auf die Beschreibung. Dies ist jedoch nicht der Fall. Als nächstes wandert die Maus über die Bilder. Dort können wir klicken und erhalten die Informationen! Da wir nun gelernt haben, wo sich die Informationen zu den Produkten verbergen, klicken wir ein Bild nach dem anderen an. Dies funktioniert auch so lange, bis wir auf den Kühlanhänger klicken. Dort passiert dann nichts!

Warum bekomme ich keine Informationen, wenn ich einen Kühlanhänger brauche?? Vielleicht gibt es ja über einen Kühlanhänger keine nenneswerten Informationen zu vermitteln.

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Beispiel 3

Internetseite www.allianz.de
Bild vom 04.01.2003

Grün sind Navigationselemente und Textlinks. Rot sind keine Links. Hätten Sie für möglich gehalten, dass die mit 1 bezeichneten eingekreisten einzelnen Wörter unten im Text Links sind? Sie geben sich erst als solche zu erkennen, wenn mit der Maus ein Wort nach dem anderen abgefahren wird.

Dagegen ist der mit 2 bezeichnete Text komplett ein Link. Die beiden rot markierten Textbereiche jedoch nicht, obwohl sie mit dem Text unter 2 in Form, Größe und Farbe identisch sind.

Verwirrender geht es kaum noch. Die Seite der Allianz hat sicher eine nicht unbeträchtliche vier- bis fünfstellige Summe verschlungen. Es ist erstaunlich für welchen Ergonomiemüll Großunternehmen ihr Geld zum Fenster hinaus werfen.

O-Ton Allianz:

“Wir wissen, dass die Nachhaltigkeit unseres Erfolges auf unserer Reputation, unserer Akzeptanz in der Gesellschaft und Attraktivität als Arbeitgeber für hervorragende Mitarbeiter basiert.”

PR-Bla-Bla. Die hervorragenden Mitarbeiter der Allianz haben in Sachen Ergonomie sicher noch einigen Nachholbedarf.

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Beispiel 4

Internetseite www.neunlive.de
Bild vom 20.01.2003

Ein wahres Ergonomie-Chaos finden wir auf der Seite des Privatsenders 9 Life. Die grün umrandeten Grafiken sind verlinkt, die gelb umrandeten nicht. Bei den Texten (meist weiß, aber auch mal schwarz) wird gewechselt zwischen

  • einem Mini-Redaktionssystem rechts unten und links außen (mit verlinkten Überschriften (grün), nicht verlinkten Texten (gelb) sowie einem „mehr..“ als weiterführendem Link (blau))
  • und verlinkten Texten (grün) mit nicht verlinkten Überschriften (gelb) im Mittelbereich.
  • Als dritte Variante haben wir den Textbereich rechts oben (grün) komplett verlinkt.

Mal so, mal anders. Da nützen weder Intuition noch Erfahrung, ohne Ausprobieren geht da nichts. Wenn Sie nicht durchblicken, keine Angst! Sie leiden nicht unter visueller Legasthenie. So etwa stelle ich es mir vor, wenn ergonomische Analphabeten eine Internetseite gestalten.

Was tun? Das steht oben in der Mitte der Seite: Alles auf rot, Vollbremsung, Aussteigen!

 

 

 

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